Da seid ihr ja wieder…

Ich hab euch schon vermisst mit euren Platitüden. Ich würde euch hassen aber ihr teilt euch mit mir diesen Körper.

Dämonen, die die Kräfte saugen und mich bis Ende und auch am Morgen auslaugen. Wohin fragt ihr? Ich dachte wir hatten nen Plan entgegnete ich?

Ach, das nennst du nen Plan? Bleib du mal ganz schön liegen ja? Deine Ideen sind für die Tonne. Du willst das hier alles machen? Dann räum doch erstmal dein Leben auf.

Aber ich dachte wirklich, ich könnte das packen…

Nein! Du kannst davon nichts. Und es erwarten alle genau das von dir. Was machst du jetzt? Hmm? Was machst du jetzt? Ich glaube das funktioniert so nicht mein Lieber.

Scheiße. Ich glaube ihr habt recht. Aber warum seid ihr nur ab und an zu Besuch. Ich hatte euch doch mal gesagt, dass ihr auch länger bleiben könnt, wenn ihr wollt.

Ach, hattest du das? Du hast doch vor ner Weile noch Hausverbot erteilt. Hast dich ins Getümmel gestürzt und uns die Haustür vor der Nase versperrt. Da hatten wir keine Chance in die Wohnung zu kommen.

Du warst komplett anders eingestellt als heute. Heute wärst du am liebsten nur im Bett und deswegen hast du Platz für uns. Ja, so lieben wir das. Uns reichen die dunklen Ecken in deinem Zimmer und auch die in deinem Kopf um zu hausen.

Okay, ihr seid aber nicht gerade anspruchsvoll. Braucht ihr denn nicht auch Licht? Braucht ihr keine Liebe und Zuneigung.

Der Dämon, der sich nach vorne gestellt hatte begann zu weinen. Im Hintergrund sah man kleine Dämonen ebenfalls vor Einsamkeit zusammenziehen und begaben sich teilweise in Embryonalstellung. Manche davon wurden zu Pfützen, die vor Traurigkeit nur so dahinschmelzen.

Hmm, alles klar. Ihr seid immer dann zur Stelle, wenn ich gerade nicht glaube den Platz hier zu brauchen. Dann nehmt ihr auch den Platz.

Ja, richtig. Wir füllen deine Leere mit den Gedanken und den Bedürfnissen, wie Nähe, Zuneigung und Liebe auf. Wir machen die Schwere, die sich in der Leere verbirgt. Wir sind aber nicht alleine. Wir sind Du.

Ihr seid ich?

Ja genau!

Das verstehe ich nicht.

Musst du auch nicht. Aber wir sind für dich da. Wir zeigen dir, was du brauchst. du musst nur zuhören. Wir sind eigentlich du. Nur eben verzogen und mit verschlossenen Ohren. Wir wollen dich in den Abgrund ziehen und zwar mit großer Lust. Wir möchten mit dir vergehen, weil die Qual die hinter den Bedürfnissen steckt ja nicht genommen werden kann? Von wem denn?

Habt ihr? Also haben wir denn keine Hoffnung?

Nein. Ganz sicher nicht.

Echt nicht?

Nein echt nicht. Du hörst verdammt gut zu, dafür, dass du mit Dämonen zusammen wohnst.

Wer sagt, dass ihr hier wohnen dürft?

Das sagst du seit ein paar Tagen wieder. Ich zitiere mal:

Bitte, lass mich einfach gehen. Ich möchte nicht mehr aus meinem Bett. Ich halte das alles nicht aus. Wie soll ich das mit diesem kleinen bisschen Kraft schaffen. Ich möchte gehen und sterben.

Klingt so als könnten wir Nachmieter sein.

Aber würdet ihr, wenn ihr in mir seid, dann nicht auch mit mir sterben und vergehen?

Genau! Aber auch genau das macht unser Lebensziel aus als Dämonen. Wir sind Teil des Vergehens und der Wut, der Traurigkeit, der Verzweiflung. Wir wissen, was du brauchst und vergehen mit dir. Es ist wie unser Weg des Lebens.

Das klingt aber fatalistisch. Wie soll ich damit jetzt umgehen?

Das bleibt dir ja überlassen. Uns ist am Ende alles egal. Das Leben ist ohnehin sinnlos. Und wir sterben ja sowieso. Warum nicht jetzt schon damit anfangen.

Hmm, das macht Sinn was du da erzählst. Ich kenne mich mit diesem Leben auch nicht wirklich gut aus. Aber ihr scheint ja zu wissen, was ihr braucht. Du hast vorhin von Liebe und Zuneigung geredet. Warum vergeht ihr, wenn ihr keine braucht und freut euch daran?

Wir lieben die Qual. Wir verbreiten sie und vergehen darin und deswegen wohnen wir auch gerade bei dir.

Puh. Das ist aber echt kompliziert. Also ich mache euch Platz, weil ich nicht weiß, wohin ich mit mir soll. Ich habe Bedürfnisse, die versteckt sind und sich meist dann zeigen, wenn ich ausgelaugt bin.

Richtig, richtig.

Also muss ich meinen Bedürfnissen nachgehen, die ihr ja leidvoll zeigt.

Eeeh. Warte, warte. Ne, so geht das nicht.

Sprich. Wenn ich mich einsam fühle, kann ich ja was dagegen unternehmen.

Ah genau! Richtig. Schau doch ne Serie. Das hat immer geholfen.

Aber dann ist da ja trotzdem niemand. Nur ne Kiste voller leuchtender Bilder.

Nein, nein. Das sind nicht nur Bilder. Das sind Geschichten. Die haben dich doch immer mit Freude gefüllt.

Ja, aber wenn die Kiste ausgeht? Was ist dann?

Dann kannst du immer noch an dir selbst spielen und die Leere mit nem kurzen Kick füllen. Willst du ein Bier?

Ne, danke es ist noch nichtmal 12 Uhr. Dankeschön.

Ach komm, das gibt dir Mut und Kraft die Dinge anzupacken. Und wir sind dann auch ganz leise, wenn du erstmal die Räume weich streichst.

Klingt zwar gut, aber ich glaube das ist keine gute Idee.

Der Dämon, der ständig sein Gesicht zu tauschen versuchte. Mal aufbauend ermunternd, mal wie eine Pfütze armselig erzählte noch viel und noch mehr.

Können wir nicht Schritt für Schritt jedem von euch Dämonen helfen?

Der Dämon zeigte auf eine Reihe von tausenden von ihm.

Willst du uns allen helfen? Was ist, wenn wir gar nicht wollen?

Ich kanns zumindest versuchen.

Viel Erfolg dabei.

Der Dämon konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, was aber nicht lange blieb.

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