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Plandenkschaft

Mal wieder zu einem älteren Beitrag von mir, der sich mittlerweile interessant anfühlt.

Einplanen

  1. August 2017

Hey, bitte plant mich nicht mehr ein. Ich kann ja selbst nicht mehr dafür verantwortlich sein, was ich so treibe. Da sind so viele Dinge, an die ich denken muss oder und nicht mehr will und eigentlich scheint dieses ganze Rumgeplane dann doch nicht mehr der Spaß zu sein der er eigentlich sein sollte. Enttäusche diese Person nicht und enttäusche diese Person nicht. Und dann haben wir Dinge ausgemacht, weil ich dann diese und jene Person nicht erreiche. Ich werde wahnsinnig, wenn ich nur daran denke, dass ich irgendwohin soll. Und dann ist jemand enttäuscht, weil mein scheiß hirn mir sagt: Hey, was juckt das alles schon. Ich muss nur wollen. Aber am Ende weiß ich doch sowieso nicht, was ich wirklich will. Das ist so verdammt irrational und bescheuert. Und genau jetzt könnte ich jemanden erreichen und bin dann doch wieder da und kann niemanden erreichen. Alles scheint so unwirklich und hat nicht genau mehr die Formen, die ich mir im Kopf vorstelle. Die Romantisierung einer Sache, die eigentlich so leicht aussehen sollte. Doch wenn es dann ans Eingemachte geht, dann sträubt sich alles in mir. Die Katze rennt gegen die Wand und dreht sich zehnfach im Kreis. Und dann möchte ich auch nicht, dass sich alle denken, was ich doch für ein armes Würstchen bin. Am Ende bin ich doch nicht mehr als das. Ein armes Würstchen, dass sich vieles ausgemalt hat und dann doch nicht geht. Und wofür das alles? Damit ich ein Leben lebe, das mir ohnehin nicht so viel bedeutet, weil die Umstände in denen ich mich befinde mir nichts bedeuten. Und dann muss ich noch essen und muss das und muss das und muss das und muss das. Ich will einfach gar nichts mehr. Ich will das alles nicht mehr. Was sind das alles für Dinge, die ich tun muss. Was soll ich hier tun und was soll ich da tun. Ich bin ja schon auf ein Mindestmaß heruntergefahren oder nicht? Was habe ich denn schon die letzten Monate getan? Was will ich eigentlich von meinem verkackten scheiß Leben. Dieser ganze Fuck, der mir in den Knochen steckt. Die beiden Suizidversuche, diese ganzen Gedanken, die nichts mit mir machen, außer mich im Kreis drehen zu lassen. Und dann auch noch diese Sache mit der Liebe und dem Sex. Ich masturbiere. Bin am PC. Ich lenke mich ab und dann kommen die Anforderungen. Der eine will das der andere will das und ich schaffe es verkackt nochmal doch kaum aus meinem scheiß Bett heraus. Man du siehst aber scheiße aus. Ja verdammt ich sehe verdammt kacke aus. Lasst mich in Ruhe und fickt euch alle. Du warst noch nicht um die Welt? Was willst du eigentlich? Ich will nur dass du deine scheiß Fresse hältst und mich in Ruhe lässt. Ich will mich doch nur weiter vergraben du verschissenes Drecks-Stück. Steck dir Scheiße in den Arsch und halt die Fresse.

Wieder ein Auszug aus dem letzten Jahr. Ich lese es und kann es nicht glauben, dass ich mir selbst so etwas erzählt haben soll. Wobei komplett verneinen kann ich es nicht. Es ist schon eine gewisse Nähe zu dieser zeitlich entfernten Version von mir da.

Ich bin froh und dankbar, dass ich mittlerweile besser mit mir selbst umgehen kann. Das war nicht immer so und das hier ist gerade mal ein halbes Jahr her. Wie schnell sich doch etwas in eine solchen Zeitspanne wieder ändern kann. Die komplette Welt kann sich um 180° drehen und man merkt es erst im Nachhinein.

Was ich daraus lerne ist Folgendes. Jeder Moment, den man so tagtäglich vergehen lässt bleibt einzigartig. Man kann mit jedem Schritt den man geht oder auch nicht geht, sofern das möglich ist neue Realitäten schaffen, die wiederum tausend weitere Möglichkeiten schaffen. Progressiv fühlt es sich momentan an. Das ist schön. Danke. Danke an mich selbst, dass ich nicht komplett aufgegeben habe und weitergemacht habe, obwohl ich tatsächlich mehrfach nicht mehr wollte.

markisnothere

Seelsorge: 800/111 0 111 (kostenfrei)

 

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