Die Unendlichkeit der sinnlichen Existenz

Irgendwann in der Straßenbahn. Datum unbekannt.

Ich schließe die Augen und öffne den Kopf. Sehe den Weg und spüre meine Situation. Fühle den Teil der mich reizt, mich vereinnahmt und lenkt. Die Ausbrunst der vollkommenen Reflexion, verzogen im ewig währenden Strom aus Kopf und Solarplexus. Es wird langsamer um mich und es zieht den größten meiner Teile vor mir her. Zieht und möchte zeigen, dass ich mehr sein kann als sein. Ich schweife ab, höre den Mutterschrei der 23 Monate alten Existenz.

Bewiegelt, in einer mir unbekannten Sprache, friste ich weiter das Sein und begebe mich nicht in fremde Gefilde, zumindest rein gedanklich. Jung vereint sich in der grünen Substanz, die zwischen den ergrauten Steinen klebt, mit dem Alten. So viele dieser aus der Vertrautheit versuchend zu findender Momente. Sie liegen vor mir.

Versteckt in möglichen Worten, Taten, Blicken und der Luft. Meines eigenen Horizonts bewusst zu fühlen, zu ertasten, bleibe ich doch nur ein Tropfen eines endlosen Horizonts, der seine schönsten Farben auf den Spiegel des Jetzt werfend, versucht in meinen Gedankenkreis zu gelangen.

Wieder 3, eine, eine Schnellere, eine Langsamere.

Den Worten den nötigen Anklang zu verleihen, die diesem Wunderwerk der erlebten Gefühls-, Taten-, Gedanken- und Erlebniswelten Herr zu werden, vermag es mir schlicht der Fähigkeit des Seins meines zu betrachtenden Gegenstandes.

Selbst Mokassins, die ich versuche zu leihen werden mir vielleicht passen. Doch wachsen sie hier und da und werden nie des Momentes gerecht, in denen sie geschaffen wurden und dem Weg den sie beschritten haben.

Jeder Stein, der im Weg liegt, ist zwar eingekerbt; erfüllt jedoch wieder nur die Rolle des Erzählers einer Geschichte, die mein Erlebnis in seiner Gänze nicht erkennt.

Und so verweile ich und zähle die Momente eines Menschen auf der Bank. Ein Park und so viel Zeit, die ich nicht erleben kann, weil ich jetzt hier sitze und Wasser trinke.

markisnothere

 

 

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